Stand Ende Februar 2026 gibt es noch kein offiziell angekündigtes OpenAI‑Gerät fürs Wohnzimmer. Trotzdem ist die Faktenlage ungewöhnlich dicht, weil mehrere Medien übereinstimmend dasselbe Grund‑Produkt nennen. Im Raum steht ein smarter Lautsprecher mit Kamera, dazu ein Preisziel von 200 bis 300 US‑Dollar. Beim Zeitplan wird es sogar konkreter: Berichte sprechen von Versand frühestens Februar 2027, teils „nicht vor Ende Februar 2027“. Wichtig ist der Zusatz: Das sind Berichte („reported“), keine bestätigten Specs, weil OpenAI bisher keine Produktseite und keine technischen Daten veröffentlicht hat. (Reuters; heise online; The Verge; Business Insider).
Strategisch ist das kein Nebenprojekt, sondern ein Versuch, die KI‑Schnittstelle im Haushalt zu besetzen. OpenAI schreibt selbst, dass Computer zwar „sehen, denken, verstehen“, unsere Interfaces aber weiter von klassischen Geräten geprägt sind. Genau da setzt Hardware an: Sie wird zur Standard‑Tür, durch die KI in den Alltag kommt. Gleichzeitig wird Datenschutz zum Kernfeature, weil Kamera und Gesichtserkennung sehr intime Daten erzeugen. Und ja: Ich setze „OpenAI Smart Speaker“ bewusst an den Anfang, weil das die Suchphrase ist, nach der aktuell viele suchen. (OpenAI; European Commission; Bundesnetzagentur).
Was über den OpenAI Smart Speaker bekannt ist
Die ersten Details kommen indirekt über Berichte, die sich auf The Information stützen. Reuters schreibt, OpenAI arbeite mit mehr als 200 Leuten an einer Gerätefamilie, und der Speaker sei der erste Kandidat. Die Kamera soll „Informationen über Nutzer und Umgebung“ erfassen, also echten Kontext liefern. The Verge ergänzt, das System solle Dinge wie „Items auf einem Tisch“ und Gespräche in der Nähe erkennen. Dazu wird eine Face‑ID‑ähnliche Gesichtserkennung genannt, um Käufe freizugeben. (Reuters; The Verge; heise).
Offiziell bestätigt ist bisher nicht der Speaker selbst, sondern der Hardware‑Kurs. OpenAI hat im Mai 2025 einen öffentlichen Brief veröffentlicht, in dem Sam Altman und Jony Ive die Zusammenarbeit beschreiben. Dort steht auch, dass das Team von io Products, Inc. mit OpenAI verschmolzen ist. Außerdem übernimmt LoveFrom laut OpenAI „tiefe“ Design‑ und Kreativ‑Verantwortung. Das ist noch keine Produkt‑Ankündigung, aber es zeigt: OpenAI baut die Organisation für Consumer‑Hardware wirklich auf. (OpenAI).
Ein weiteres Stück belastbare Info kommt aus Gerichtsdokumenten, nicht aus Marketing. Mehrere Medien berichten, dass OpenAI die Marke „io“ für Hardware nicht mehr nutzen will. Hintergrund ist ein Markenrechtsstreit mit dem Startup iyO, der schon 2025 dazu führte, dass OpenAI Inhalte zeitweise entfernen musste. Für dich als Leser ist das relevant, weil selbst der Produktname bis zur Veröffentlichung noch wechseln kann. Und es zeigt, wie viel schon jetzt über juristische Nebenkanäle ans Licht kommt. (heise; Business Insider; AP).
Zeitplan und Preis: Was derzeit plausibel ist
Beim Zeitplan muss man „Reveal“ und „Versand“ strikt trennen. Im Januar 2026 sagte OpenAIs Chief Global Affairs Officer Chris Lehane bei Axios House in Davos, man sei „auf Kurs“, im zweiten Halbjahr 2026 ein erstes Gerät zu zeigen. Das ist ein Ausblick aufs Vorstellen, nicht zwingend aufs Liefern. Zum Speaker‑Projekt heißt es bei Reuters dagegen: Versand frühestens Februar 2027. Business Insider zitiert eine eidesstattliche Erklärung, wonach das erste Hardware‑Gerät „nicht vor Ende Februar 2027“ an Kunden gehen soll. Wenn beides stimmt, sehen wir 2026 eher eine Bühne und 2027 eher Kartons. (Axios; Reuters; Business Insider).
Zum Preis gibt es bislang nur eine Zielmarke, aber die wird überall gleich genannt. Reuters und heise sprechen von 200 bis 300 US‑Dollar. The Verge ordnet denselben Korridor ein und macht klar, dass es eher ein Premium‑Assistant wäre, nicht „noch ein 40‑Euro‑Speaker“. Das ist hoch genug, um Sensorik und Hardware ernst zu meinen. Es ist aber auch hoch genug, dass man die Frage nach echtem Mehrwert stellen muss. (Reuters; heise; The Verge).
Und der Speaker ist offenbar nicht das einzige Objekt im Raum. Reuters und heise nennen zusätzlich Smart Glasses und eine „Smart Lamp“, die parallel untersucht werden. Für Smart Glasses fällt in den Berichten die Zahl 2028 als mögliches Massenproduktions‑Fenster. Bei der Lampe steht ausdrücklich im Raum, dass es Prototypen geben kann, aber ein Produkt nicht sicher ist. Das klingt nach Testballons, nicht nach fertiger Consumer‑Roadmap. (Reuters; heise; The Verge).
Funktionen im Alltag: Kontext‑KI, Multi‑User, Bestellungen
Das Feature‑Set wirkt auf den ersten Blick simpel: Lautsprecher plus Kamera. Die Wirkung kommt über Kontext, weil das Gerät nicht nur Befehle hört, sondern Situationen erkennt. The Verge zitiert dazu „Items auf einem Tisch“ und Gespräche in der Nähe als Beispiele. heise ergänzt: In einer internen Präsentation soll es darum gegangen sein, Nutzer per Video zu beobachten und proaktiv Hinweise zu geben, die beim Erreichen von Zielen helfen. 9to5Google nennt zusätzlich, dass das Gerät auch Gespräche in der Umgebung „mithören“ könnte. Das ist der Schritt von „Antworten“ zu „Begleiten“, und genau der ist gesellschaftlich am sensibelsten. (The Verge; heise; 9to5Google).
Multi‑User ist der Knackpunkt, aber als Feature noch nicht bestätigt. Wenn eine Kamera erkennt, wer im Raum ist, kann das Gerät Antworten personalisieren, Kalender trennen und Zugänge schützen. Amazon macht so etwas schon heute, zumindest auf bestimmten Echo‑Show‑Geräten: Dort wird „Visual ID“ (Gesicht) und „Voice ID“ (Stimme) für personalisierte Inhalte beschrieben. Entscheidend ist die Default‑Einstellung: Ist das aus oder an, wenn man das Gerät auspackt? Und es gibt eine zweite Frage: Gibt es einen sauberen Gäste‑Modus, damit Freunde nicht „mit erfasst“ werden? Ohne diese Basics wird Kontext‑KI schnell zum Stressfaktor im Familienalltag. (Amazon Newsroom; Reuters).
Beim Thema Bestellen ist viel Fantasie im Umlauf, deshalb muss man sauber trennen. Bei OpenAI geht es in den Berichten zunächst um Kauf‑Freigabe per Gesichtserkennung, nicht explizit um vollautomatische Bestellungen. Das öffnet technisch aber genau diese Tür, weil „Kauf freigeben“ der harte Teil ist. Zum Vergleich: Amazon beschreibt bei Alexa+ offen eine Funktion, bei der die Assistenz auf Wunsch Käufe automatisch abschließen kann, wenn ein Preis unter eine Schwelle fällt. Das zeigt, wie schnell „praktisch“ zu „heikel“ wird, wenn Geldflüsse automatisiert werden. Wenn OpenAI hier mitspielen will, braucht es starke Sperren: Limits, klare Bestätigungen, und eine saubere Historie, die man löschen kann. (heise; Amazon Newsroom).
Warum Hardware jetzt zählt: Vergleich mit Alexa, Google Home und Meta
Warum ist Hardware so entscheidend? Weil sie die Standard‑Schnittstelle setzt, nicht nur eine weitere App. Eine App kann man in zwei Minuten löschen, ein Gerät im Wohnzimmer bleibt oft jahrelang stehen. Wer die Schnittstelle besitzt, sammelt Kontextdaten und entscheidet, welche Dienste „natürlich“ erreichbar sind. Genau das ist der strategische Kern hinter dem Smart‑Speaker‑Plan, selbst wenn die Optik am Ende unspektakulär ist. OpenAI schreibt selbst, dass unsere Erfahrung noch von traditionellen Produkten geprägt bleibt und diese Lücke geschlossen werden soll. (OpenAI).
Im Smart‑Home‑Markt sind Google und Amazon die Platzhirsche, aber beide mussten den Assistenten‑Layer erneuern. heise berichtet, dass Google den Google Assistant im Smart‑Home ablöst und „Gemini for Home“ auf Nest‑Geräte bringt. Außerdem zeigt The Verge am neuen Google Home Speaker, wie aggressiv der Preis als Hebel genutzt wird: geplant sind 99,99 US‑Dollar und ein Start im Frühjahr 2026. Das ist die Messlatte für OpenAI: günstige Hardware, großer Ökosystem‑Effekt, schneller Nutzen. Und es erklärt auch, warum ein 200–300‑Dollar‑Speaker liefern muss, statt nur „nett“ zu sein. (heise; The Verge).
Meta Platforms geht einen Schritt weiter und setzt auf Wearables. Die Ray‑Ban‑Brillen haben Kamera, Mikrofone und KI‑Assistent direkt auf der Nase, also maximalen „Ich‑bin‑dabei“-Faktor. Reuters berichtet, dass Meta‑Smartglasses zusammen mit EssilorLuxottica zuletzt fast sechs Millionen Einheiten ausgeliefert haben. EssilorLuxottica hat schon 2023 einen Einstiegspreis von 299 US‑Dollar für die Ray‑Ban‑Meta‑Kollektion kommuniziert, was auffällig nah an OpenAIs Preisziel liegt. Und Meta selbst schreibt für „Live AI“, dass Kamera und Mikrofon während der Session kontinuierlich aktiv sind, damit Antworten zur gesehenen Umgebung passen. Das ist genau der Kontext‑Hebel, den OpenAI nun ins Wohnzimmer holen will. (Reuters; EssilorLuxottica; Meta).
Die folgende Tabelle fasst die Kernpunkte zusammen. Wichtig ist die Spalte „OpenAI‑Gerät (reported)“, denn das ist aktuell nur aus Berichten abgeleitet. Bei Alexa und den Meta‑Brillen gibt es hingegen echte Produkte und offizielle Feature‑Beschreibungen. Wo etwas unklar ist, steht es auch so. Das ist die ehrlichste Form des Vergleichs. (Reuters; The Verge; heise; Amazon; Meta).
| Feature | OpenAI‑Gerät (reported) | Amazon Echo/Alexa | Meta Ray‑Ban |
|---|---|---|---|
| Kamera | Ja, Speaker mit Kamera (nicht bestätigt, aber übereinstimmend berichtet) | Teilweise: Echo Show‑Geräte mit Kamera, viele Echo‑Speaker ohne Kamera | Ja, Kamera zum Aufnehmen/Sehen |
| Gesichtserkennung | Ja, Face‑ID‑ähnlich für Kauf‑Freigabe (reported) | Teilweise: „Visual ID“ zur Personalisierung auf kompatiblen Echo Shows; Kauf meist via Konto/PIN/Bestätigung | Nein laut Meta‑Aussagen; Diskussion über mögliche Zukunftsthemen |
| Proaktive Kontext‑Hinweise | Ja, „Kontext‑KI“/Nudges werden beschrieben (reported) | Teilweise: Routinen, Vorschläge, Personalisierung; Alexa+ baut aus | Ja: „Live AI“ nutzt Kamera/Mikro für Antworten zum Gesehenen |
| Preis | Ziel: 200–300 USD (reported) | Breite Spanne je nach Modell; Beispiel Echo Show 11 in DE ~239€ | Einstieg ab 299 USD (offiziell kommuniziert) |
| Datenschutz‑Risiken | Hoch: Wohnzimmer‑Kamera + Biometrie, potenziell sehr intime Daten | Mittel bis hoch: Mikro immer dabei; bei Echo Show zusätzlich Kamera/Visual ID | Hoch: unauffälliges Aufnehmen; Debatten um Recording/Privatsphäre |
| Release‑Status | Nicht bestätigt; Versand frühestens Feb 2027 (reported) | Im Markt; Alexa+ teilweise im Rollout | Im Markt; mehrere Generationen |
Der Vergleich zeigt zwei Dinge sehr klar. Erstens: OpenAI würde preislich gegen ein Feld antreten, das entweder deutlich günstiger ist (Speaker‑Basics) oder als Wearable schon „Start bei 299“ kann. Zweitens: Die Kamera ist kein Alleinstellungsmerkmal mehr, weder bei Displays noch bei Brillen. Das Alleinstellungsmerkmal wäre die Qualität der Assistenz im Kontext und die saubere Umsetzung von Privacy‑Kontrollen. Und drittens: „Face‑ID für Käufe“ ist ein harter Schritt, weil er biometrische Daten ins Zentrum rückt und Vertrauen erzwingt. (Reuters; heise; Amazon; Meta; EssilorLuxottica).
Datenschutz und Sicherheitsfragen: Was Nutzer einfordern sollten
Eine KI‑Kamera im Wohnzimmer ist nicht nur ein Komfort‑Feature. Sie erzeugt Daten über Alltag, Gewohnheiten, Besucher und oft auch Kinder. Sobald Gesichter zur Identifizierung genutzt werden, reden wir über biometrische Daten. Artikel 9 DSGVO nennt biometrische Daten zur eindeutigen Identifizierung als besonders schützenswert und stellt deren Verarbeitung grundsätzlich unter ein Verbot, mit eng definierten Ausnahmen. Das heißt nicht, dass so ein Gerät automatisch illegal wäre. Es heißt aber: Ohne klare Einwilligung, Zweckbindung und Schutzmaßnahmen wird es schnell unhaltbar. (DSGVO Art. 9; gdpr-info.eu).
Dazu kommt der AI Act, der gerade in die Praxisphase läuft. Die Europäische Kommission schreibt, dass der AI Act seit 1. August 2024 in Kraft ist und ab 2. August 2026 voll gilt, mit gestaffelten Startdaten. Verbote für bestimmte KI‑Praktiken greifen schon seit 2. Februar 2025. Für ein Gerät mit Kamera und Biometrie heißt das: Die Frage ist nicht nur „kann es das“, sondern auch „in welche Risiko‑Klasse fällt es“. Und das entscheidet am Ende darüber, welche Pflichten, Dokumentationen und Transparenz‑Regeln dazugehören. (EU‑Kommission; AI Act Timeline).
Deutschland hat zusätzlich eine sehr praktische Linie bei „Spionage‑Gadgets“. Die Bundesnetzagentur warnt vor smarten Produkten mit Kamera oder Mikrofon, wenn sie unbemerkt aufnehmen und kabellos übertragen können. Solche Produkte seien in Deutschland nicht erlaubt, wenn genau diese Kombination vorliegt. Das trifft nicht automatisch jedes Smart‑Home‑Gerät, aber es zeigt die Richtung: Sichtbarkeit und Kontrollierbarkeit sind Pflicht. Bei einem Speaker mit Kamera wird man sich daran messen lassen müssen. (Bundesnetzagentur).
Was sollte man als Nutzer verlangen, bevor man so etwas kauft? Erstens: ein physischer Kamera‑Shutter, der wirklich schließt, nicht nur ein Icon in der App. Zweitens: ein Hardware‑Schalter für Mikrofon und Kamera, der nicht remote überschreibbar ist. Google zeigt beim Nest Hub Max genau so einen Schalter: Er macht Mikrofone und Kamera „komplett inoperable“, bis man ihn wieder umlegt. Drittens: klare Löschfunktionen mit nachvollziehbaren Fristen, plus ein Gäste‑Modus ohne Personenerkennung. Und viertens: Shopping darf nie Default sein, sondern muss aktiv freigeschaltet werden, mit Limits und einer zweiten Bestätigung. Ohne diese Basics wäre eine Wohnzimmer‑KI aus meiner Sicht kein Fortschritt, sondern ein Risiko‑Upgrade. (Google Store; Praxis).
Am Ende wird OpenAI mit Hardware nicht nur ein Gerät verkaufen, sondern Vertrauen. Der Smart Speaker ist dafür ein harter Test, weil er in den intimsten Raum geht. Die Berichte zeigen: Preis und Technik sind ambitioniert, aber viele Details sind noch offen und damit „nicht bestätigt“. Wenn du heute schon Smart Home nutzt, kennst du die Abwägung: bequem gegen privat. Meine Grenze wäre klar: Ich würde so ein Gerät erst akzeptieren, wenn ich Kamera und Mikrofon hart offline schalten kann und wenn ich echte Kontrolle über Speicherung und Löschung habe. (Reuters; heise; Business Insider).
- reuters.com
https://www.reuters.com/business/openai-developing-ai-devices-including-smart-speaker-information-reports-2026-02-20/ - theverge.com
https://www.theverge.com/ai-artificial-intelligence/882077/openai-chatgpt-smart-speaker-camera-glasses-lamp
https://www.theverge.com/tech/788085/hands-on-google-home-speaker - reuters.com
https://www.reuters.com/business/meta-reboots-smartwatch-plan-aims-debut-2026-information-reports-2026-02-18/ - ft.com
https://www.ft.com/content/09679583-4c02-48f0-a4f7-e40857103f56 - theverge.com
https://www.theverge.com/news/639697/amazon-alexa-plus-launch-early-access-missing-features
