Warum Grau als Schriftfarbe im Webdesign kontraproduktiv ist

Kontrast grau

» Schriftfarbe grau. Bitte nicht!

Beim Durchstöbern im Google Webmasterforum bin ich eben auf einen recht interessanten Ranking-Faktor, bzw. ein Qualitätskriterium zu den Richtlinien für Webmaster von Google gestoßen. Dass Google verborgenen Text bzw. Links bestraft ist in den offiziellen Richtlinien beschrieben, dass aber das Kontrastverhältnis im Besonderen mit einbezogen wird (würde), wäre höchst interessant und absolut richtig.

Ich stelle beispielsweise häufig für meinen Bereich der Übersetzungsdienstleistungen fest, dass nach wie vor eine Auflistung von Keywords im Footer in einem angenehmen asynchronen #E7E7E7 HEX-Farbcode (dezent hellgrau) für eine Positionierung für spezifische Suchanfragen zu Übersetzungen ausreichend ist.

Hide and Seek

Natürlich hängt dies mit der Konkurrenzsituation in diesem Bereich und auf lokaler Ebene zusammen, dennoch ärgert man sich schon ein wenig, dass solche plumpen Methoden nach wie vor gar für eine Einser-Platzierung bei Google funktionieren.

Dass eine weiße Schrift auf weißem Hintergrund abgestraft wird steht in den Geboten schon beschrieben, das Kontrastverhältnis ganz speziell mit einzubeziehen, wie es in diesem Forumbeitrag (Link) beschrieben wird, fände ich eine gute Sache.

In den Richtlinien konnte ich allerdings keinen eindeutigen Beleg für das Merkmal “Kontrast” / “Kontrastverhältnis” finden. Sicherlich kann dies durchaus strittig sein, wenn man gern ein dezentes Grau einem harten Schwarz vorzieht, aber im Hinblick, dass Ladezeiten ein Rankingfaktor sind und auch nicht mit einer besonderen Vorliebe für Flash oder einfach Unwissenheit in Sachen sauberen Code verbunden sind, wäre die Einbeziehung des Kontrastverhältnisses (für eine bessere Lesbarkeit quasi) durchaus interessant. Für mehr Kontrast in den Suchergebnissen!

Nachtrag 11/2010
Und siehe da, eine zuverlässige Quelle bestätigt meine Annahme mit der Wertung der Farbwahl, bzw. im konkreten Fall, mit der Wahl der gleichen Farbe für Hintergrund und Test.

Und zwar ist in der aktuellen Ausgabe des Website Bossting Magazins 11/12 2010 unter der Rubrik “SEO Basics” folgendes zum Thema “Du siehst mich nicht” zu lesen, dass wenn ein gleicher Farbwert hinterlegt ist:

dann kann eine halbwegs intelligent programmierte Maschine erkennen, dass hier keine vom Mensch erkennbare Farbdifferenz verwendet wurde.

(Quelle: Mario Fischer (2010), “Suchmaschinenoptimierung Basics III, Website Boosting, 11-12.2010, S. 27)

Zwar wird es hier nicht konkret als ‘Rankingfaktor’ tituliert, aber so meine subjektive Meinung, wäre es für Google ein Leichtes, ein solches Vorgehen eines Website-Betreibers zu recht abzustrafen.

Und da meiner Meinung nach Google clever ist, werden sie auch eine vergleichbare Politik bei sehr ähnliche Farbwerte für Hintergrund und Text fahren – schließlich, bieten kaum sichtbare Text, und am besten noch mit Links versehen, keinen wirklichen Mehrwert für den Nutzer, außer natürlich den Link an sich, was schlicht und einfach eine Abstrafung zur Folge hat. In diesem Sinne – Frohes Schaffen!

##Updated 03/2013##

Schriftfarbe grau. Bitte nicht!

Ein paar Jahre später, ein paar Grautöne dunkler. Neben den “Hide & Seek Aspekten” zur Wahl der Schriftfarbe im Webdesign, gibt es einen noch weitaus profaneren Aspekt warum man sich zuweilen Gedanken zur Schriftfarbe machen sollte.

Ein großes deutsches Tech-Magazin, welches meinen hiesigen, noch gepflegten Google Reader Feed auffrischt, ist das T3N Magazin. Inhaltlich gelungen und ansprechend, optisch durch Responsiveness natürlich auch, aber bei der Wahl eines dezenten Grautons als Schriftfarbe kann man durchaus ins Grübeln kommen.

T3N Schriftfarbe Beispiel 03 2013

t3n.de – Schriftfarbe Beispiel 03/2013

Golem.de Schrift Beispiel 03/2013

golem.de – Schriftfarbe Beispiel 03/2013. Vergleich Eindruck oben: Grau – unten: Schwarz bzw. #222

Die beiden obigen Abbildungen zweier deutscher Tech-Magazine zeigen rein vom optischen Eindruck, ohne Wertung des Inhalts und der Menge der Anzeigen auf den Seiten, wie es mit der Lesbarkeit eines im mittel bis hellen Grau gehaltenen Textes bestellt ist.

Gedruckte Medien werden zumeist aus einer Kombination eines dezenten Schwarztons auf weißem Hintergrund gedruckt. Warum dies so ist? Das Auge kann dadurch besser die bedruckten von den unbedruckten Bereichen unterscheiden, und es wird quasi die Readability ungemein erhöht.

Die Verwendung der Schriftfarbe (hell) Grau ist für die Verwendung auf Websites eher kontraproduktiv. Die Lesbarkeit wird damit eingeschränkt und ältere Zielgruppen gar ausgegrenzt.

Warum manche Online Publikation der Meinung ist ein helles bis mittleres Grau hätte eine gesteigerte Wertigkeit auf den Style-Faktor des Blogs, der irrt aus meiner Sicht.

Zum ersten lässt sich der Text mehr schlecht als recht lesen, und zum anderen werden Dinge wie Links und Ads unbewusst optisch in den Vordergrund gehoben, während der eigentliche Inhalt, weswegen man die Seite aufsucht, optisch im nichtssagenden grau versinkt; leider.

Soweit ein paar subjektive Ausführungen zur Wahl der Schriftfarbe auf Websites.

#2017: ursprünglicher Titel geändert: Kontrastverhältnis als Rankingfaktor (alt)#

Weitere Beispiele, warum die Schriftfarbe Grau für Leser ein Nachteil ist:

Website mit der Schriftfarbe grau - die Lesbarkeit ist wirklich schlecht

Website mit der Schriftfarbe grau – die Lesbarkeit ist wirklich schlecht

Mehr Website-Gedanken auf Tikoim.de:

» Nokia Website mit Redesign – á la 1999

Gefunden über:
  • schrift Kontrastverhältnis lesbarkeit
  • warum graue schrift in websites
  • wie ist der code für schreibschrift für hide n seek
  • wsrum wird webseiten schrift immer grau
Stichworte: ,

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Tipps Bilder in Kommentar einbetten
Zum Einbetten von Bildern lässt sich einfach imgur.com/upload verwenden. Einfach das Bild dort hochladen und den Bild-Code hier einfügen.