Muss es immer Wordpress zum Bloggen sein? Die Antwort Jein.

10 Vorteile von Blogspot alias Blogger | Blog-System-Tipps

10 Vorteile von Blogspot alias Blogger

Trotz der Tatsache, dass Blogger.com im Vergleich zu WordPress mehr an Boden verliert (siehe Abbildung 1*) gibt es auch gute Gründe, warum man durchaus auch auf das Blogger-System aus dem Hause Google zurückgreifen kann.

Dieser Artikel beleuchtet kurz und prägnant Vorzüge von Blogger bzw. von Blogspot, einem Blog-System (oder heißt Blog-Software?) zum veröffentlichen von Blogs. Die 10 aufgeführten Punkte sind rein subjektiv ausgewählt, zeigen aber dennoch warum Blogspot nach wie vor in der Blogosphäre mitmischt und eine Alternative (Ergänzung) zu WordPress sein kann.


Abb. 1: Vergleich Trend blau: Blogger | rot: WordPress

*Die Abbildung wird dynamisch via Google Trends eingebunden. Zum Zeitpunkt des Beitrags (2009) liegt WordPress vor Blogger.

1. Anzeige in den Suchergebnissen

Der für mich wichtigste Grund Blogger zu nutzen, ist neben der Tatsache, dass es kostenlos ist, dass Blogger.com (Blogspot) zu Google gehört.

Das bedeutet, dass Artikel die mit Blogger veröffentlicht werden umgehend in den Suchergebnissen von Google erscheinen. Teilweise werden Artikel binnen 1 Stunde in Google indexiert und sind damit sofort auffindbar.Vorausgesetzt man hat einen trusted Account » Don’t do evil with your blogspot.com Blog and you will be liked by Google. [meine subjektive Einschätzung]

Die Indexierung von Webseiten die mit WordPress erstellt wurden, was natürlich dann wiederum am Webserver etc. liegt, der nicht bei Google ist, erfolgt erst nach ein paar Tagen. Aus meiner Erfahrung sind die Seite die mit Blogger veröffentlicht wurden potentiell besser gerankt, als andere Webseiten. Was natürlich auch subjektiv sein kann.

Ergänzung nachträglich (20 min. later): Die Indexierung erfolgt prompt – 20 Minuten später bereits im Index bei Suche nach den entsprechenden Keywords im Header. Fein fein.

2. Usability – Benutzerfreundlichkeit

Ein klarer Vorteil für Einsteiger ist die Einfachheit von Blogger. Es gibt eine überschaubare Anzahl an Funktionen, die dem Otto Normal-Blogger (nur am Rande: der Begriff ‘Otto Normalverbraucher basiert im übrigen auf dem Film Berliner Ballade von 1948) völlig ausreichen sollten. Natürlich stößt man auch schnell an seine Grenzen, wenn man doch mal etwas mehr machen möchte, aber für die Basics reicht es allemal.

3. Anordnung der Seitenelemente – Template

In der Regel nutzt man eines der vorgegeben Templates, welche zwar nicht wirkliche Vielfalt bieten, aber dennoch mit etwas CSS-Wissen gut anpassbar sind. Was aber wirklich gut gelöst ist, ist die Anordnung der Seitenelemente, wie Header, Footer, Sidebar usw. Diese lassen sich per Drag’n Drop einfach anordnen und konfigurieren. Wirklich sehr praktisch, da man das Template dadurch quasi in einem WYSIWYG Editor bearbeiten kann.

4. Hosting bzw. eben kein Hosting nötig

Ein wichtiger Punkt, um die Vorteile der Indexierung nutzen zu können, ist das Aufschalten einer Domain auf den Blogspot Account. Natürlich kann man als Einsteiger einfach den Standard-Blog xyz.blogspot.com verwenden, aber das Aufschalten einer Domain -und das for free- ist ebenfalls einfach nur praktisch und vor allem simpel. Hier kurz das Vorgehen zum Einrichten der Domain: (habe meine Einstellungen auf Englisch – deshalb hier die Englischen Bezeichnungen der Menü-Optionen)

Settings > Publishing > Advanced Stettings

Die Einrichtung der DNS Settings mag evt. nicht ganz so trivial sein, da man hier die IP – CNAME beim Domain-Hoster konfigurieren muss. Dies hatte mich auch einige Zeit gekosten, wenn man bei einem Dritt-Hoster, mit sagen wir mal leichten Usability-Defizit seine Domain hat. Auf jeden Fall gibt es hier eine Anleitung, zum Einrichten der Domain für Blogspot.com .

5. Adsense – Werbung schalten

Einfachheit bestimmt das System von Blogger. So auch in Sachen Adsense, also Werbung von Google. Diese lässt mit wenigen Klicks ganz einfach integrieren, ohne Code-Wissen und Firlefanz. Aus meiner persönlichen Erfahrung sollte man die Werbeeinblendungen aber auf ein Minimum begrenzen, da dadurch der Trust, Page-Rank und natürlich der Nutzen für den Besucher sinkt.

6. Blogger.com / Blogspot und SEO

Dieser Punkt ist mehr ein Tipp, als ein Vorteil des Systems. Man sollte beim Verfassen von Artikeln darauf achten wie man den Titel des Postings wählt. Manchmal möchte man eine schöne blumige Überschrift wählen, die aber nicht sofort Relevanz für den Inhalt hat.

Dies kann bei einem guten Content natürlich gerade interessant werden, weil es in gewisser Weise Einzigartig ist. Aber, was wirklich zieht, im Sinne von Ranking und dem Auftauchen in den Suchergebnissen ist die richtige Wahl der Keywords im Titel. Diese sollten das wiedergeben, was der Text beinhaltet, aber auch so generisch oder spezifisch sein, wie Besucher, für die man den Post verfasst (oder man schreibt es für sich selbst?), nach dem suchen, über das man schreibt. (schwieriger Satz, egal).

Ein kurzes Beispiel: Ich schreibe über mein Hobby, Kühlschränke aus den späten 60ern zu sammeln, welche nur in Südengland und evt. auch an der französischen Atlantikküste verwendet wurden und möchte einen Artikel über die Kühlleistung bei der Befüllung mit heißem Pudding schreiben, dann wäre eine Mögliche Überschrift: “Kühlleistung heißer Pudding”. Wie dem auch sei, ein wenig sehr spezifisch & unique – auf jeden Fall wird die URL auf Basis dieser Überschrift generiert und hat einen gewissen Einfluss auf die Serps.

Mit WordPress lässt sich die URL individuell anpassen, allerdings gibt es auch ein Learning, das man bei der Verwendung von Blogspot herausziehen kann. Und zwar werden die Zeichen in einer Artikel-URL auf circa 50 begrenzt. Das macht auch aus Sicht des Nutzers Sinn. Denn wenn ich eine sehr lange Überschrift habe, dann muss diese nicht zwangsläufig sich 1:1 in der URL widerspiegeln, sondern kann entsprechend gekürzt werden, was Blogspot out-of-the-box für einen erledigt, WordPress nicht. (siehe » WordPress Code | SEO Gedanken)

7. Hosting von Bildern

Wie bereits beschrieben, benötigt man für die Nutzung von Blogger keinen Webspace, lediglich eine Domain (wenn man nicht xyz.blogspot nehmen möchte). Will man nun Bilder vom eigenen PC verwenden, kann man diese direkt bei Blogspot hosten, wenn auch zugegeben unter einer kryptischen Bezeichnung der Bildadresse, aber man braucht keinen extra Webspace. Kann durchaus ganz nützlich sein.

8. HTML Bearbeitung (Stylesheet)

Diese Funktionalität ist nicht unbedingt für Einsteiger gedacht, aber damit lässt sich der Blog bzw. das Standard Template prima individualisieren. Man gehe dazu im Menü auf Layout > Edit html. Möchte man beispielsweise einen extra Header einrichten oder die Dimensionen der Seite ändern kann dies manuell hier ändern. Beispielsweise habe ich die Flaggen am oberen rechten Seitenrand auf diese Art und Weise erstellt.

9. Labels = Verzeichnisse

Jeder Artikel lässt sich mit einem Label (müsste im Deutschen anders sein, egal) versehen. Diese lassen sich in der Sidebar oder im Header dann anzeigen und man hat ein einfaches Grundgerüst. Natürlich ist dies kein Vorteil, der nur auf Blogger zutrifft, sondern vielmehr ein Standard-Blogger-Tool – aber der Artikel zielt auch mehr auf Einsteiger ab und langsam gehen mir auch die Argumente pro-Blogger aus 😉

10. FAZIT › Blogger.com für Puristen › KISS – Keep it simple and smart

Dieses Prinzip zieht sich wie ein roter Faden durch die Blogger-Software. Einfache Menüführung, überschaubare Funktionalitäten, eben Google-Like. Sollte ich nun einem Neuling in Sachen Bloggen eine Empfehlung geben würde ich wahrscheinlich zu Blogger tangieren, wenn ich mir auch der Vorteile von WordPress bewusst bin und selbst für den Großteil meiner Seiten überzeugter WordPress-Nutzer bin. Es kommt eben auf die Ausrichtung und die Frage “Was möchte ich mit meinen Blog machen?” an.

Aus meiner Sicht ist hier Multidisziplinarität das Zauberwort. Wer die Muse und Zeit hat, der sollte sich für kleine Projekte Blogger.com anschauen, aber auch für einfache diejenigen, die einfach nur Bloggen wollen, ohne über die Technik dahinter nachzudenken, bietet Blogspot eine simple und dennoch leistungsfähige Engine aus dem Hause Google.

Für große Projekte, die in Richtung Business gehen, aber selbst Privatprojekte, gibt es meiner Meinung nach aktuell keine Alternative zu WordPress . Möchte man aber über die Vorzüge eines ostfranzösischen Kühlschranks, der durch seine erstklassige Verarbeitung und über Griffelemente aus Emaille aus den späten 60’er verfügt, schreiben, so sollte eine kostenloser Blogger-Account durchaus seinen Dienst tun. In diesem Sinne.

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